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Leckeres und Lektüre 2016 – mehr als ein Gedicht

Aufgrund der großen Nachfrage lud Frau Gerlinde Holland Ende Februar wieder zu einem gemütlichen Erzählabend ins Hotel Waldesruh ein. Wer bis dahin der Meinung gewesen war, dass Tomaten eben rot und rund sind, wurde gleich zu Beginn eines besseren belehrt. Die geradezu malerische Beschreibung dieses Nachtschattengewächses, aus dem Buch „Leibspeise“ von Detlev Christian Jensen, regte die Fantasie der Zuhörer ungemein an. So war es schließlich für alle weit mehr als ein profanes Gemüse, was beim ersten Gang als Eckernförder Rauchlachstartar auf Tomaten-Röstbrot mit kleinem Salat von der Küche des Hauses Birke aufgetragen wurde!

Beim zweiten Gang wurden die 30 Gäste von Astrid Lindgren mit in die „Ferien auf Saltkrokan“ eingeladen. In die Erzählung über die Fischerfamilie konnte sich jeder schnell einfühlen, da sie den Alltag und die Ansprüche des väterlichen Vorbildes, sowie das empathische Verhalten der Kinder beim Scheitern eben desselbigen treffend und humorvoll wiedergab.

Manch einer fühlte sich in seiner erzieherischen Rolle auf sympathische Weise ertappt!

Schließlich war allgemein ein erleichtertes Aufatmen zu vernehmen, als sich in der Geschichte die familiäre Atmosphäre beim gemeinsamen Essen wieder entspannte.

Das Lob der Kinder hatte es ermöglicht, dass sich die Versagensängste des Vaters auflösten. Um dies auch kulinarisch richtig verinnerlichen zu können, gab es: Knuspriges Barschfilet mit Dijonsenfsauce, saftigem Steckrüben-Karottengemüse und Röstkartoffeln.

Der Nachtisch zum Thema „Baiser“ wurde literarisch aus dem Buch „Buntschatten und Fledermäuse“ von Axel Brauns aufbereitet. Auch dieser Beitrag schaffte es, die Zuhörer in eigenen Erinnerungen schwelgen zu lassen. Viele fühlten sich in die Konditorei der eigenen Kindheit zurück versetzt. Abschließend gab es dazu Windbeutel mit Vanilleschaum gefüllt auf Schokoladensauce und knusprigem Baiser.

Wie schon in den vergangenen Jahren verabschiedeten sich die Gäste bei Frau Holland und den „Küchenfeen“ des Hauses Birke mit einem dankbaren Applaus und gingen in Vorfreude auf eine Fortsetzung bereichert nach Hause.

[Constanze Grützner]