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Ausflug zum Gießerei Museum Kiel-Dietrichsdorf

Heute, am 03.02.2015, war noch so ein richtiger Wintertag mit kalten Temperaturen und etwas Schneefall. Trotzdem hatten wir, 32 dick eingemummelte Hasseldieksdammer und unser lieber Fahrer Martin einen sehr interessanten Besuch vor und zwar ging es zum „Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei“ in Kiel- Dietrichsdorf ( www.alte-giesserei-kiel.de ). Der Startschuß fiel, wie immer, pünktlich um 13:30 Uhr ab Hasseldieksdamm. Die kurzweilige Fahrt endete nach ca. 20 Minuten genau vor dem besonderen Gebäude. Flugs erfuhren wir auch schon durch einen freundlichen Mitarbeiter der Gießerei, einem Architekten, interessante Details in Sachen der Entstehungsgeschichte und einige bauliche Fakten. Die Howaldtswerke verlagerten ihren Werftbetrieb 1876 auf das Nordufer der Schwentine und gründeten hier die Kieler Schiffswerft. 1880-1884: die Maschinenfabrik Gebrüder Howaldt wird von Kiel auf das Werftgelände in Dietrichsdorf verlagert; es entstehen moderne Industriebauten wie Kesselschmiede, Maschinenfabrik und Eisengießerei. 1884 entsteht nach Plänen des Architekten Heinrich Moldenschardt die Metallgießerei. 1889 fusionieren die Maschinenfabrik und die Werft zur Howaldtswerke. Die Metallgießerei überlebte die Kriegswirren fast unversehrt. Nach fast hundertjährigem Betrieb wurde die Gießerei um 1980 stillgelegt. Der Kelch des „Abrisses“ ging aber zum Glück an dem schönen, eindrucksvollen Gebäude vorbei , weil Schwermetallbelastungen im Innenraum einen Abriss zu gefährlich erscheinen lassen. Seit 1992 steht die Metallgießerei unter Denkmalschutz. Im inneren Teil des Gebäudes angekommen fanden wir alle es toll, daß der Eingangsbereich beheizt war und hier gab es auch schon viele der hergestellten Teile zu begutachten, z. B. Schiffsschrauben, Bullaugen, Rohrleitungsarmaturen usw. Die Teile wurden zumeist aus Kupfer und seinen Legierungen wie Bronze, Rotguss und Messing gegossen. Herr Kurz, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, zeigte uns in anschaulicher Form, wie man ein Gußstück herstellte und wir staunten nicht schlecht über die tolle Fertigungskunst. In den Wärmekammern herrschten Temperaturen von ca. 400° und die Legierungen wurden in Graphittiegeln bei ca. 1200° geschmolzen und es wurde immer dann gegossen, wenn soviele Formen fertig waren, wie in die Gießhalle paßten und das war stets ein „Alle-Mann-Manöver“! Übrigens hätte uns heute auch schon eine Lufttemperatur von 15° genügt…Die Mitarbeiter der Gießerei hatten einen sehr schweren, ungesunden Job und die heutige Berufsgenossenschaft wäre hier extrem fündig geworden…Schön, daß es in unserer modernen Zeit noch solche Anschauungsobjekte gibt! Jetzt aber gab es kein Halten mehr, Martin hatte für uns schon den Bus sehr gut vorgeheizt und es ging nun nach Heikendorf zu ersehntem Kaffee und Kuchen. Das schöne, sehr alte Strohdachhaus beherbergt den „Röhrskroog“, der von einem Deutschen und einer Venezuelanerin bewirtschaftet wird. Wir freuten uns sehr über die Herzlichkeit unserer Bedienung, den leckeren Kuchen und den wohltuenden Kaffee und Tee. Nach geraumer Zeit der netten Unterhaltung und heiteren Gesprächen hieß es dann wieder „wir müssen los, wieder gen Heimat!“ Aber in unserem gemütlichen Bus war auch das kein Problem. Gefreut hat uns auch, daß Martin keinen Urlaub an den geplanten Ausflugstagen nehmen will, hurra! Vielen lieben Dank an Martin und an Doris für die tolle Organisation! Sicher wieder in Hasseldieksdamm angekommen, freuen wir uns schon wieder auf den kommenden 50+ Ausflug, tschüß und bleibt alle gesund und munter!

[Susanne Heß]

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