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Ausflug nach Gnutz in das Dorfmuseum des Herrn von Puttkamer

Am Dienstag, den 06.05.2014, um 13:30 Uhr, hieß es wieder: "Ok, wir sind vollzählig, wir können starten!" 28 gespannte Hasseldieksdammer und unser lieber Fahrer Martin machten sich auf den Weg nach Gnutz, Richtung Nortorf. Nanu, was gibt es hier denn so Interessantes? Es gibt hier ein Dorfmuseum, das es in sich hat ( www.museum-gnutz.de ) ! Schön gelegen in der Mitte des Ortes, mit viel Platz für Dinge "von - bis". Eigner dieser Stätte ist Herr Karl von Puttkamer. Schon als Junge sammelte er kleine Heftchen mit Erzählungen aus dem Kindergottesdienst oder ganz einfach Bierdeckel aus den umliegenden Kneipen. Damit aber noch lange nicht genug! In den vergangenen elf Jahren hat Herr von Puttkamer mehrere zehntausend Euro in eine volkskundliche Privatsammlung investiert. Zu bestaunen gibt es alte Feuerwehrkutschen - voll funktionsfähig inklusive Schlauch und Pumpen. Auf seinem 300 Quadratmeter großen Dachboden sind historische Lehrerpulte von altem landwirtschaftlichen Gerät umstellt. Wir konnten Herrn von Puttkamer den Besitzerstolz direkt anmerken! Zu jedem Utensil gab es von ihm eine Erklärung in einer kompetenten und amüsanten Art. Melkschemel, Frisierutensilien, altes Kinderspielzeug, Werkzeug für "düt un dat", zum Teil älter als 80 Jahre, eine blecherne Schaukelbadewanne und so fort. Karl von Puttkamer ist das Zentrum eines volkskundlichen Kleinstuniversums. Nur er selbst bewahrt hier die Orientierung, kennt die Geschichten hinter den Dingen. Wir erfuhren, daß ein "Göpel" schlicht und ergreifend eine mechanische Vorrichtung zur Erzeugung von Antriebskraft ist; hier laufen vier Pferde an einem Gestänge im Kreis. "Liebe Tierfreunde, ihr müsst euch jetzt die Ohren zuhalten"...warum, das sollte sich schnell aufklären! In früherer Zeit wurden sehr große Getreidevorräte usw. vielfach in Scheunen gelagert, zu denen kleine Nager leichten Zutritt hatten! Mäuse sind zwar sehr niedlich, aber in diesem Zusammenhang auch Schädlinge, die das Lagergut ungenießbar werden lassen konnten! Der Realschulrektor im Ruhestand zeigte uns sämtliche (sehr grausamen) Tötungsgerätschaften und gab dazu seine umfangreichen Erklärungen ab, wirklich ins Detail gehend, ohne Skrupel aber doch auch in einer amüsanten Art! Zum Glück ist es sehr lange her, daß diese Tiere erschlagen, zerquetscht, aufgespießt, erwürgt, ertränkt, auf stromführenden Metallplatten geröstet oder sogar erschossen wurden...Wir waren ganz froh, daß es als "Anschauungsobjekte" nur Stoffmäuse gab!! Gefreut hat uns aber, daß Herr von Puttkamer die Möglichkeit hat, selbst zu backen, Butter selbst herzustellen, Kaffee zu rösten und zur entsprechenden Jahreszeit Sirup aus Zuckerrüben zu bereiten. Puh, nach so viel "Sehen und Staunen" hatten wir nun auch ordentlich Appetit und Kaffeedurst. Martin brachte uns sicher nach Reesdorf, ca. 4 km entfernt von Gnutz. Hier gibt es das "Reesdorfer Gartencafé" ( www.reesdorfer-gartencafe.de ). Es ist ein sehr altes Fachwerkhaus mit vielen interessanten Dingen, wie schönen Bildern, altem Geschirr und vielem mehr. Wir klönten sehr nett bei leckerem Kuchen, Käsebroten und Kaffee. Leider gehen die schönsten Stunden viel zu schnell vorbei, wir mussten langsam gen Heimat starten. Aber bitte nicht, ohne die Meerschweinchen, Kaninchen und Pferdchen im Streichelzoo zu bestaunen und zu tätscheln! Gesagt, getan und dann gingen wir gut gelaunt und ausgefüllt von den vielen Erlebnissen zu unserem Bus. Martin brachte uns wieder sicher nach Hasseldieksdamm und setzte jeden an seiner "Wunschhaltestelle" ab. Danke dafür! Wir freuen uns schon jetzt auf den kommenden 50+ Ausflug.

[Susanne Heß]