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Wohnen in H’damm: Wohngebiet Klingkoppel, Haßloh, Bormkoppel, Martenshofweg ab Nr. 92

(Autor/Quelle: Familie Fleischer,  Hasseldieksdammer Rundbrief 4/2007)

Ausschachten für den Keller

Noch Jahre nach dem Krieg waren die Zeiten schwer. Viele hatten keine Wohnung und lebten als Ausgebombte und Flüchtlinge in Lagern. Hier in Hasseldieksdamm gab es eine Baugenossenschaft unter der Mitarbeit des Architekten Resch. Diese Baugenossenschaft hat das Land, eine Kuhkoppel, vermessen und in viele Parzellen aufgeteilt. Es sprach sich rum und bald gab es in der Klingkoppel die ersten Besitzer. Es waren Grundstücke von 750 – 1200 m². Sie mussten zuerst bezahlt werden. Aber man konnte die Summe in Monatsraten abzahlen.

Zuerst wurde der Stall gebaut. Die Siedlergemeinschaft schrieb vor, dass der Garten für den Anbau von Kartoffeln und Gemüse und der Stall für die Haltung von Schweinen und Kleinvieh genutzt wurde. Das half in den ersten Jahren sehr.

Mauern von Sickerschächten

Als Familie Fleischer 1952 das Grundstück an der Bormkoppel kaufte, waren die ersten Häuser in der Klingkoppel schon bezogen oder im Bau. Erbaut wurde auch ein Doppelhaus in Haßloh. Aber die Menschen hatten noch keine Straße. Da wurde beschlossen, alle Männer treffen sich sonntags zum Straßenbau.
Auch die Häuser wurden mit viel Eigenleistung gebaut. Herr Fleischer arbeitete bei einer Baufirma als Tischler und so baute die Firma das Haus in der Bormkoppel. Es war das erste Haus, das an dieser Straße stand. Die Rehe und Hasen waren hier immer noch zuhause. Viele Eigenleistungen wurden erbracht: Ausschachten für den Keller, Fenster und Türen bauen und Malerarbeiten fürs Haus. Als Familie Fleischer am 15.01.1955 ihr Haus bezog, hatte sie noch keine Treppe nach oben, kein Wasser und kein Licht. Die Bormkoppel war noch nicht so weit. Da haben die Fam. Strauß und Fam. Ruscher mit einer Leitung geholfen.

Siedlungshaus aus den 50'ern

Es gab immer gute Nachbarschaft. 3 Sickerschächte wurden noch gebaut und die Leitungen zur Straße ausgeschachtet. Ohne Abstützung war das lebensgefährlich. Aber jede Eigenleistung wurde vom Preis des Hauses abgezogen. „Es waren 3 harte Jahre, aber wir haben es nicht bereut. Leider sind schon viele Siedler gestorben und die Nachbesitzer kennt man nicht. Auch die Häuser haben ein anderes Gesicht. Die Vorgärten sind gepflegt und hinterm Haus gibt es Rasen und Blumen.“