Dies fragten sich kurz nach Vorlage der Kieler Wärmeplanung auch Nachbarn in der Reihenhaussiedlung – über 70 im Wesentlichen baugleiche Reihenhäuser von Mitte der 1960er Jahre – im Martenshofweg, Liethweg und der Hofholzallee. Sie traten mit der Stadt in Kontakt, ähnlich wie andere Anwohnerinnen und Anwohner in Stadtvierteln wie etwa der Geigerstraße oder im Philosophenviertel. Sollte hier nicht eine gemeinsame Versorgung über den Anschluss an das in der Nähe liegende Fernwärmenetz der Stadtwerke oder eine eigene gemeinschaftliche Versorgung möglich sein?

Beim Umweltschutzamt der Stadt Kiel stießen sie mit dem Anliegen auf offene Ohren und bei einem ersten Termin am 4. April 2025 im Hotel Birke wurde die Durchführung einer Studie durch ein Ingenieurbüro besprochen, die die verschiedenen Möglichkeiten prüfen sollte. Auch bildete sich eine „Kerngruppe“ besonders Interessierter in der Nachbarschaft. Am 25. März 2026 wurden die Ergebnisse der Berechnungen des Ingenieurbüros erneut im Hotel Birke vorgestellt. Diese könnten durchaus auch andere Eigentümer und Eigentümerinnen interessieren (Präsentationen der Veranstaltung stehen hier zum Download).

Als Resultat der Untersuchungen zeigte sich, dass zwar eine gemeinschaftliche Wärmeversorgung des Quartiers günstiger wäre als der Einsatz je einer Wärmepumpe pro Reihenhaus, der Unterschied kostenmäßig aber nicht mehr stark ins Gewicht fällt. Die Stadtwerke hatten von vornherein aus Kapazitätsgründen abgewunken, ein Angebot zum Fernwärmeanschluss zu machen, so dass nur die Varianten Inselnetz (die Stadtwerke versorgen bis zu einem Übergabepunkt, eine zu bildende Genossenschaft müsste das Verteilnetz in Eigenregie errichten und betreiben) und Riegelnetz (eine Wärmepumpe für einen zusammenhängenden Riegel von Reihenhäusern) zur Auswahl standen. Beides wurde übereinstimmend für sehr aufwändig und damit für unwahrscheinlich gehalten, auch wegen des Platzbedarfs und der Notwendigkeit, dass bei einer Gemeinschaftsversorgung möglichst viele mitmachen müssen, damit es günstiger wird,.

Die gute Nachricht: Inzwischen ging die Entwicklung der Wärmepumpentechnik weiter, so dass heute die Umstellung auf eine solche Wärmeversorgung selbst bei den geringen Abständen der Häuser technisch machbar ist, auch bei nicht voll sanierten Häusern ohne Fußbodenheizung. Gemeinsame Aktivitäten könnten trotzdem sinnvoll sein, etwa, wenn sich mehrere zu einer Umstellung bei einem Anbieter entschließen und so einen Mengenrabatt erreichen könnten. Erste Initiativen dazu laufen bereits. Die Kerngruppe Interessierter hat sich noch einmal vergrößert und steht für weiteren nachbarschaftlichen Austausch zum Thema bereit. Außerdem wurde das Thema eigener Solarstrom aufgebracht, um zukünftig wenigstens einen Teil des Stroms selbst zu produzieren. Ein Anfang, sich gemeinsam zu diesen Themen auszutauschen ist gemacht und es scheint damit auch ein weiterer Keim zur guten Nachbarschaft in Hasseldieksdamm gepflanzt.

[Klaus Wortmann]